Die Dorfkirche Satzkorn zählt zu den ältesten Kirchen Potsdams. Ihr Ursprung reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, als auf rechteckigem Grundriss eine Feldsteinkirche errichtet wurde, vermutlich zunächst ohne Turm. Seit mehr als 700 Jahren prägt sie den Dorfanger von Satzkorn. Umgeben wird sie von einem kleinen Friedhof mit denkmalgeschützter Ziegelmauer.
Im 14. Jahrhundert war das damalige „Sotzker“ ein kleiner Ort mit fünf Rittergütern. Nach den schweren Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges begann 1669 ein umfassender Um- und Ausbau der Kirche unter dem Patronat der Familie von Hünicke. Der Innenraum wurde erweitert, Stichbogenfenster eingebaut und ein hölzerner Turm mit Schallöffnungen für die Glocken errichtet. Die Wetterfahne trägt die Jahreszahl 1688 und erinnert an die Wiedereinweihung nach Abschluss der Bauarbeiten.
Besonders wertvoll ist die barocke Ausstattung der Kirche. Die Patronin Freifrau Elisabeth von Hünicke stiftete 1671 den reich geschnitzten Altar und die Kanzel. Das Altarretabel zeigt Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Die Kanzel ist mit Christus und den vier Evangelisten geschmückt. Auffällig sind die zahlreichen Engelsfiguren, die der Kirche ihren besonderen barocken Charakter verleihen.
Zu den bedeutenden Kunstschätzen gehören außerdem vier Sandsteinepitaphien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sie erinnern an Mitglieder der Familien von Hünicke und von Bredow und befinden sich heute im Turmeingang. Eine Tafel im Kircheninneren nennt die Pastoren, die seit der Reformation in Satzkorn gewirkt haben.
An der Nordwand befindet sich eine Gedenktafel für Dr. Friedrich Brandhorst. Als verdienstvoller Leibarzt Friedrich Wilhelms I. übernahm er mit des Königs Unterstützung ab 1735 die Satzkorner Rittergüter sowie das Kirchenpatronat.
Die Familie prägte das Dorf über mehr als 200 Jahre. Besonders hervorzuheben ist Charlotte Brandhorst, die 1873 die Taufe und die Speisegitter stiftete. Im selben Jahr ließ sie die Orgel mit elf Registern einbauen. Das Instrument stammt von der Firma Gesell, aus der später die bekannte Alexander-Schuke-Orgelbauanstalt hervorging.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach verändert und instandgesetzt. Zu den Umbauten gehören unter anderem die Bretterdecke von 1873, die Vorhallen von 1908 sowie die Winterkirche von 1961/62. In den 1980er Jahren erfolgte unter Pfarrer Herwig Schworm eine umfassende Sanierung. Altar und Kanzel wurden 2002/03 restauriert. Die Orgel konnte nach einer grundlegenden Sanierung am 30. Mai 2010 feierlich wieder eingeweiht werden – ermöglicht durch das Engagement eines eigens gegründeten Fördervereins und zahlreicher Unterstützer.
Die Glocken von 1880 wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. 1921 erhielt die Kirche neue Glocken aus Apolda.
Die Dorfkirche Satzkorn ist Teil der Evangelischen Mirjam-Gemeinde Fahrland mit dem Pfarrer Christoph Dielmann. Die Mirjam-Gemeinde Fahrland gehört zum Kirchenkreis Havelland.
Für Filmaufnahmen diente das Kirchengebäude mehrfach als Kulisse. Nach Dreharbeiten erhielt die Gemeinde 2003 einen Kronleuchter als Geschenk des ZDF. 2011 wurde hier unter anderem für den Kinderfilm „Beutolomäus und der falsche Verdacht“ gedreht.
Mit der Gründung des „Fördervereins Dorfkirche Satzkorn e.V.“ am 14. Juli 2024 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Satzkorner Kirchengebäudes aufgeschlagen.
Die Satzkorner Kirche ist schwer sanierungsbedürftig. Konstruktionsmängel im Dachstuhl und im Turm machen sich deutlich durch Risse bemerkbar. Vorsorglich musste 2024 das Geläut abgeschaltet werden, so dass die Glocken nicht mehr klingen konnten. Die Statik des Turms konnte durch eine erste Baumaßnahme im Mai/Juni 2026 gesichert werden. Die Glocken dürfen nun vorsichtig wieder läuten. Der Förderverein hat sehr aktiv beim Einwerben der nötigen Finanzmittel geholfen.
Der nächste Bauabschnitt – die Sanierung des Kirchenschiffs – ist in Planung. Dafür werden noch einmal deutlich mehr Mittel benötigt.
Heute steht die Dorfkirche Satzkorn als bedeutendes Denkmal märkischer Kirchenbaukunst für mehr als sieben Jahrhunderte Orts-, Kirchen- und Kulturgeschichte. Ihr Erhalt ist eine wichtige Aufgabe für Kirchengemeinde, Förderverein und alle, die sich mit dem Ort verbunden fühlen.